Teilpension ab 2026, einfach erklärt

Teilpension ab 2026, einfach erklärt

Ab 1. Jänner 2026 kommt in Österreich ein neues Modell, die Teilpension. Sie richtet sich an Menschen, die ihre Arbeitszeit reduzieren möchten oder müssen, aber noch nicht vollständig in Pension gehen wollen. Ziel ist ein gleitender Übergang vom Berufsleben in die Pension, sozial abgesichert und finanziell planbar.

Was ist die Teilpension?

Die Teilpension ist ein Zwischenschritt zwischen voller Erwerbstätigkeit und voller Pension.
Du arbeitest weniger als bisher und erhältst gleichzeitig zwei Einkommensbestandteile:

  • einen Teil deines laufenden Gehalts aus der reduzierten Arbeitszeit
  • einen Teil deiner bereits zustehenden Pension

Damit entsteht mehr freie Zeit und weniger Belastung, ohne dass die finanzielle Absicherung verloren geht.

Warum ist die Teilpension sinnvoll?

Die Teilpension bringt Vorteile für Beschäftigte und Betriebe:

  • Kein abrupter Ausstieg aus dem Arbeitsleben, sondern ein sanfter Übergang
  • Zusätzliches Einkommen durch die Kombination aus Gehalt und Teilpension
  • Die spätere Vollpension fällt höher aus, da weiterhin Beiträge geleistet werden
  • Volle soziale Absicherung bleibt bestehen, Krankenversicherung, Unfallversicherung und Pensionsversicherung
  • Betriebe können erfahrene Kolleginnen und Kollegen länger im Unternehmen halten und Wissen sichern

Ein konkretes Beispiel

Thomas ist 63 Jahre alt und möchte nicht mehr fünf Tage pro Woche arbeiten.
Ab 2026 reduziert er seine Arbeitszeit auf drei Tage pro Woche. Zusätzlich erhält er eine Teilpension.
Er hat dadurch deutlich mehr Freizeit, weniger Stress, ein Einkommen, das in Summe fast gleich hoch bleibt, und eine höhere spätere Pension.

Wie kommt man zur Teilpension?

Der Weg zur Teilpension besteht aus drei Schritten:

  1. Prüfen, ob ein Anspruch auf eine Pension besteht, zum Beispiel auf die Korridorpension ab 63 Jahren.
  2. Vereinbarung mit dem Arbeitgeber über die Reduktion der Arbeitszeit. Die Reduktion muss mindestens 25 Prozent und darf höchstens 75 Prozent betragen.
  3. Antragstellung bei der Pensionsversicherungsanstalt.

Fazit aus Sicht des Betriebsrats

Die Teilpension ist besonders geeignet für Kolleginnen und Kollegen, die:

  • nicht mehr in vollem Ausmaß arbeiten wollen oder können
  • aber noch nicht vollständig in Pension gehen möchten
  • mehr Zeit für Erholung, Gesundheit oder Familie brauchen
  • weiterhin sozial abgesichert bleiben wollen

Aus Sicht des Betriebsrats ist die Abschaffung beziehungsweise deutliche Abschwächung der bisherigen Modelle der Altersteilzeit, sowohl im kontinuierlichen Modell als auch im Blockmodell, äußerst problematisch und kritisch zu beurteilen. Gerade für Beschäftigte, die über viele Jahre körperlich belastende Tätigkeiten ausgeübt haben und bei denen Abnutzungserscheinungen real und spürbar sind, waren diese Modelle ein notwendiges und bewährtes Instrument. Durch den schleichenden Abbau dieser Möglichkeiten wird ein funktionierendes Übergangsmodell faktisch abgeschafft, und das zum klaren Nachteil der Beschäftigten.

Das nun vorgesehene Alternativpaket mit der Teilpension ist grundsätzlich ein richtiger Ansatz und ein gut gemeinter Schritt, stellt jedoch kein vollwertiges Ersatzmodell dar für das, was viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer tatsächlich benötigen. Vor allem für stark belastete Berufsgruppen bleibt die Teilpension oft nur eingeschränkt praktikabel.

Als Betriebsrat hoffen wir daher, dass auf politischer Ebene rasch nachgebessert wird und es zu einer echten Verbesserung im Pensionsbereich kommt, die den unterschiedlichen beruflichen Belastungen gerecht wird und einen fairen, sozial ausgewogenen Übergang in die Pension ermöglicht.

Hinweis zu den Grundlagen
Die Regelungen zur Teilpension basieren auf den arbeitsmarkt und pensionspolitischen Reformankündigungen der Bundesregierung für 2026, Informationen des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales sowie der Pensionsversicherungsanstalt. Für individuelle Auskünfte empfehlen wir eine persönliche Beratung bei der PVA.

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Zoran Djekic

Arbeiter-Betriebsratsvorsitzender Knorr-Bremse GmbH Mödling

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